
Warum wir unsere IP66-Heizgeräte intensiv prüfen
Bäder sind ehrlich gesagt eine echte Herausforderung für Heizelemente. Es gibt dichten Dampf, direkten Wasserschlag – und die Temperaturen schwanken innerhalb weniger Minuten von eiskalt bis extrem heiß.
Wir könnten einfach auf die IP66-Klassifizierung in den Spezifikationen verweisen und damit fertig sein. Doch ein Stück Papier sagt einem nicht, wann das Produkt tatsächlich versagt. Deshalb unterziehen wir jede Charge unserer Infrarotlampen intensiven Tests unter feuchter Wärme. Wir möchten den Punkt finden, an dem das Produkt versagt – noch bevor der Kunde davon erfährt.
Das Problem mit Feuchtigkeit ist, dass sie äußerst heimtückisch ist. Die IP66-Klassifizierung bedeutet zwar, dass das Gerät Staub sowie starke Wasserstrahlen aushalten kann – doch das ist nur ein statischer Test. In der Realität erreichen diese Lampen Temperaturen von bis zu 500°C, bevor sie wieder auf 20°C abkühlen. Dadurch dehnen und schrumpfen die Materialien – fast so, als würde das Heizelement „atmen“.
Dieses „Atmen“ kann dazu führen, dass Feuchtigkeit durch winzige Spalten in den Dichtungen oder an den Stellen, an denen die Kabel eingeführt werden, eindringt. Wenn diese Feuchtigkeit dann die internen Verbindungen oder Anschlüsse erreicht, kommt es zu Rost, Oxidation oder Kurzschlüssen.
Deshalb bauen wir eine Art „Qualitätsprüfkapelle“: Wir belasten die Heizgeräte mit hoher Temperatur und hoher Feuchtigkeit über längere Zeit, um zu sehen, was passiert. Dabei achten wir vor allem auf drei Dinge: Erstens prüfen wir, ob die Silikon- oder Gummidichtungen unter dem Stress beschädigt werden. Zweitens überprüfen wir die Verbindungen darauf, ob sie oxidiert sind – das stört die elektrische Leitfähigkeit. Schließlich stellen wir sicher, dass die Isolierung auch dann noch funktioniert, wenn die Luft praktisch voller Wasserdampf ist.
Es handelt sich dabei jedoch um ein gewisses Gleichgewicht: Wenn wir die Dichtungen zu fest machen, entsteht im Inneren des Geräts ein hohes Druckpotenzial, was wiederum großen Druck auf die Dichtungen zwischen Glas und Metall ausübt. Wenn wir die Wasserdichtigkeit zu stark betonen, ohne Raum für diesen Druck zu lassen, könnte das Gerät bereits nach kurzer Zeit kaputtgehen.
Wir investieren viel Zeit in die Optimierung dieses Gleichgewichts – damit das Gerät zwar wasserdicht ist, aber trotzdem genug Raum zum „Atmen“ hat, sodass es nicht bereits nach einem Monat versagt.
Wir freuen uns, unsere Prüfberichte mit Ihnen teilen zu können – schließlich ist ein Heizelement, das am ersten Tag funktioniert, nutzlos, wenn es bereits am 90. Tag versagt.